Krämer: Die Autonomie wissenschaftlicher Publikationen in der Krise
Abstract: Der Beitrag untersucht die gegenwärtige Krise wissenschaftlicher Fachzeitschriften als Kernmedium akademischer Wissensproduktion. Ausgehend von einer wissenschaftssoziologischen und kultursoziologischen Perspektive werden vier zentrale Problemfelder markiert: die historische Funktion und kommunikative Eigenlogik des wissenschaftlichen Zeitschriftenaufsatzes, die Spannung zwischen wissenschaftlicher und außerwissenschaftlicher Öffentlichkeit in den Kontaktzonen der Wissensproduktion, die Spannung von Themenokkurrenzen und Themenkonkurrenzen in verschiedenen sozialen Feldern sowie die Temporalität wissenschaftlicher Wissensproduktion. Der Beitrag plädiert für die selbstbewusste Berücksichtigung der Eigenlogik wissenschaftlichen Publizierens, etwa im Gegensatz zu anderen Textgattungen. Die Kulturwissenschaften sowie im Besonderen die Kulturwissenschaftliche Zeitschrift werden dabei als geeignet herausgestellt, das spannungsvolle Verhältnis von Wissenschaft, Medien und Wissensproduktion selbst zum Gegenstand kritischer Analyse zu machen.

